Unsere Therapeuten arbeiten alle nach dem hier auch für Sie lesbaren Leitfaden

Leitfaden therapeutische Behandlungen Top-Therapie

 

Grundhaltung

Unser Ziel ist es jeden Menschen unabhängig von seiner Religion,  Spiritualität, Geschlechterrolle, Herkunft, Fähigkeiten oder anderen Merkmalen als interessantes Individuum mit einer Lebensgeschichte welche ihn geprägt hat anzuerkennen. Wir wollen unseren Kunden offen ohne Vorurteile gegenübertreten, um sie dort abzuholen wo sie sich gerade befinden und in ihrem Heilungsprozess zu begleiten. Es gibt keine Therapiemethode welche immer hilft und wir kennen noch lange nicht alle Details wie der Körper, Schmerz, Heilung funktioniert. Deshalb sehen wir uns als spezialisierte Helfer, ausgerüstet mit verschiedenen Werkzeugen (Therapiemethoden), mit denen wir, auf Augenhöhe mit unseren Kunden zusammen versuchen ihre Gesundheit zu fördern.



Erste Sitzung

In der ersten Sitzung ist das Ziel herauszufinden welche Art von Therapie dem Kunden helfen könnte. Dafür sollten alle relevanten Dinge abgefragt oder erhoben werden.

Persona: Name Vorname, Adresse, Tel. Nummer sowie Versicherungsdaten müssen nach der ersten Sitzung im System gespeichert sein. Die Verordnung soll eingescannt und hinzugefügt oder im Fach für noch nicht gescannte Verordnungen abgelegt werden.

Anamnese=c/o:
Geschichte: es sollte die jetzige Episode mit Beginn, Dauer, Veränderung  sowie danach ob es frühere Episoden gibt abgefragt werden. Bei früheren Episoden sollte immer auch gefragt werden was damals geholfen hat!

Schmerz: Es muss immer die Schmerzlokalisation(Bodychart und Beschreibung wenn nötig), Qualität (stechend, brennend, krampfend, drückend, ziehend,….), Variabilität (konstanter Schmerz, oder on /off, oder konstant aber variabel🡪 VASMIN  VASMAX benutzen), Quantität(VAS 0-10 mit den Varianten VASMOM = momentaner Schmerz, VASMIN  = Schmerz Minimum, VASMAX = Schmerz Maximum)

Bei mit Stress assoziierten Beschwerden soll immer auch eine VAS von 0 bis 10 für Stress erhoben werden.

Symptomverhalten:  was verstärkt die Symptome und was hilft. Wie ist es in der Nacht, wie ist es am Morgen im Bett vor dem Aufstehen, beim Aufstehen, danach und im Verlauf des Tages

Alle Medikamente(vom Arzt und selbstverordnete) sowie Nebendiagnosen müssen erhoben werden. Nach der Aufzählung durch den Kunden muss immer gefragt werden: Sonst nehmen sie nichts mehr, sonst sind Sie vollkommen gesund?! 

Wenn der Kunde/Kundin nicht alles sagen möchte, auf unsere Schweigepflicht hinweisen und dass wir falls es zu einer Nebenwirkung der Therapie kommt welche mit einer verschwiegenen Erkrankung o.ä. zu tun hat keinerlei Verantwortung übernehmen können. Wenn der Kunde dabei bleibt dies im Befund vermerken ( „möchte nicht alles sagen!“)

Es sollte immer gefragt werden was der Kunde selbst denkt was das Problem ist bzw. die Symptome verursacht.

 

Befund=P/E
Der Befund sollte klug , effizient und differenziert sein um mögliche Kontraindikationen für die Behandlung sowie Hypothesen welche sich aus der Anamnese ergeben haben zu überprüfen. 

Erste Probebehandlung und Hausaufgabe
Es sollte in der ersten Sitzung beHANDelt werden! Dies heisst dass neben der Abtastung und Testung des Areals auch eine kurze Probebehandlung in der ersten Sitzung integriert werden sollte. Insbesondere da sich viele manuelle Tests welche man in der P/E macht gerade auch als Behandlungstechnik nutzen lassen. Auch bei chronischen Schmerzpatienten welche eine passive Behandlung wünschen, lässt sich dies in die erste Behandlung sehr gut einbauen wenn man dies als Versuch deklariert um zu schauen ob es ihm nächstes Mal dann besser geht. (wenn es nicht hilft kanns auch nicht so gut sein).
Neben der Behandlung sollte nach der ersten Sitzung dem Kunden mindestens eine kleine Hausaufgabe mitgegeben werden. Dies sollte etwas sein wodurch er selbst aktiv etwas zur Problemlösung beitragen kann. Gute Möglichkeiten welche nicht viel Zeit benötigen sind z.B. Mitgabe eines Tennisballs und Instruktion zur Selbstmassage, eine leichte Bewegungsübung zur Lockerung/Stoffwechselanregung, genaue Beobachtung wann der Schmerz wirklich auftritt oder sich die Symptome sich verändern.

 

Folge Sitzungen

In jeder Sitzung muss im c/o die Reaktion auf die letzte Behandlung, der Verlauf in der Zwischenzeit und der Momentane Status der Symptome/Einschränkungen erfasst werden. 
In der P/E sollten sinnvolle & möglichst valide Tests als Verlaufszeichen, sowie zusätzliche Tests welche noch nicht durchgeführt werden konnten gemacht werden.

Bedenke, dass sich durch die Reaktion/Veränderung auf die Therapie und im Therapieprozess am besten abschätzen lässt was und wo wirklich das Problem ist!

Notation
Das Gesetz fordert dass jede vorgenommene Handlung in der Therapie anhand der Dokumentation nachvollzogen werden kann. Es dürfen alle auf der Top-Therapie Liste vorhandenen Abkürzungen verwendet werden. Eigene Abkürzungen für bereits vorhandenes sind nicht erlaubt. Abkürzungen welche für noch nicht auf der Liste enthaltene Wörter stehen müssen dem Praxisleiter schriftlich mitgeteilt werden.

Bei jedem Termin muss c/o, P/E und Therapie ausgefüllt sein!


Terminplanung

Jeder Therapeut plant selbst mit seinen Kunden alle folgenden Termine. Es sollte nicht weiter als maximal drei Wochen im Voraus Termine geplant werden da sich die Verläufe und wieviel Therapie nötig ist sehr unterscheiden kann. Rechtlich gesehen gibt es für innerhalb eines Monats ab Austelldatum angefangene Verordnungen keine Ablauffrist. Oft lohnt es sich mit einem Fortgeschrittenen Patienten gegen Ende der Therapie z.B. in zwei bis vier Wochen einen Kontrolltermin zu vereinbaren.

Abschluss/Abrechnung

Jeder Therapeut entscheidet zusammen mit seinem Kunden/Kundin wann die Therapie abgeschlossen wird. Danach soll der Therapeut sofort die Abrechnung und Versendung dieser an die Krankenkasse auslösen. Auch bei einer weiteren Serie soll der Therapeut bei der letzten Behandlung der vorherigen Serie sofort die Abrechnung auslösen. Der Therapeut übergibt dem Patienten die Verantwortung die zweite Verordnung zu organisieren und hilft ihm nötigenfalls dabei. Ohne Verordnung dürfen maximal zwei Termine ausgeführt werden.

Vorgehen bei keinem Fortschritt

Wird keine Besserung mit der Therapie zustande gebracht ist immer der Praxisleiter zu informieren. Dieser entscheidet in einem kurzen Gespräch mit Ihnen welche Intervention sinnvoll ist. Meldungen von Unzufriedenen Kunden nach Abschluss einer ganzen Serie welche nicht mit dem Praxisleiter besprochen worden sind werden als Gefährdung der Arbeitsstelle (Reputation der Praxis) und des Patientenwohls angesehen und führen zu einer Verwarnung bzw. bei Wiederholung zu Entlassung wegen Vernachlässigung der beruflichen Pflicht des Arbeitnehmers.



Vorgehen bei zu spät kommen

Der Kunde hat kein Recht die durch zu spät kommen verpasste Therapiezeit nachzuholen, da Physiotherapietarife nicht zeitgebunden sind. Komt ein Kunde wiederholt zu spät sollte dies mit ihm besprochen werden. (Therapiemotivation? Nicht Nutzung der Therapie? scheinbar ist ihm die Therapie nicht wichtig genug, oder es existieren externe Gründe welche dann auch angeschaut werden müssen)

Vorgehen bei kurzfristiger Terminabsage

Bei Absagen weniger als 24h vor dem Termin wird eine Entschädigungsgebühr von 35.- erhoben, welche bar oder mit Karte vor dem nächsten Termin direkt in der Praxis zu bezahlen ist.
Ausnahmen sind Fälle von höherer Gewalt. (Höhere Gewalt ist ein von einwirkendes, aussergewöhnliches Ereignis, das unvorhersehbar und auch bei Anwendung äusserster Sorgfalt nicht abzuwenden ist, jedenfalls nicht ohne Gefährdung. Das Ereignis darf zudem kein solches sein, dass wegen seiner Häufigkeit in Rechnung zu ziehen und in Kauf zu nehmen ist)

 

Vorgehen mehrmaliges verpassen von Therapiesitzungen

Nach verpassen von drei Therapiesitzungen, muss der Patient der Praxisleitung gemeldet werden und wird dann von dieser kontaktiert.

 

Vorgehen bei sexueller oder anderer Belästigung

Bei jeglicher Unsicherheit bzw. Bedenken bei einem Kunden/Kundin sollte als erste Massnahme immer geschaut werden dass die Türe zum Behandlungsraum nur angelehnt anstatt nicht geschlossen wird. Dies ist auch rechtlich gesehen zu empfehlen, wenn die Situation es erlauben würde dass die/der Patient der/die TherapeutIn eines Übergriffs bezichtigen würde. Dies ist erfahrungsgemäss am ehesten bei älteren männlichen Therapeuten und Kindern/Jugendlichen der Fall, weshalb dann die Türe immer leicht offen bleiben muss ausser die Eltern sind dabei!

Falls es zu einem Übergriff oder dem Versuch kommt ist dies sofort dem Praxisleiter zu melden. Dann wird geklärt ob allenfalls die Polizei informiert werden soll.